Mein Einsatz im Projekt «Nachbarschaft Bern»

Von Vu Thi Phuong Pham

Meine Nachbarin, das neue Familienmitglied

Nach meinem Umzug nach Bern entdeckte ich den Flyer des Projekts «Nachbarschaft Bern». „Ein super Projekt! Ich möchte anderen helfen!“ dachte ich und meldete mich als Freiwillige an.

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Rosa Schenk und Vu Thi Phuong Pham

Zu meiner Überraschung hatte die Projektleiterin auch direkt einen Einsatz parat. Schon wenige Tage später sollte ich ‚meine Nachbarin‘ kennenlernen. Sie lebt nicht in meinem Quartier, aber nur einige Tramstationen entfernt. Einige Wochen nach dem ersten Kennenlernen meldete Frau Schenk sich bei mir. Sie wollte gern in die Stadt gehen, Besorgungen machen, was sie wegen ihrer Wohnsituation und ihres gesundheitlichen Zustands nicht mehr ohne Hilfe machen konnte. Frau Schenk freute sich sehr darauf. Ihre Augen leuchteten direkt als wir das Geschäft betraten, das sie an ihren Berufsalltag erinnerte.

«Unsere grösste Hürde war der Umzug ins Altersheim»

Wir treffen uns jeden Samstag. Je nach Wetter und Befinden machen wir Spaziergänge, Ausflüge, Besuche, gehen einkaufen oder sitzen bei einer Tasse Tee zusammen und reden. Jeder Samstag ist anders. Was immer gleich bleibt, ist die Freude, die ich bei jedem Besuch bei Frau Schenk sehe. Wenn ich mit meiner Familie spreche, sage ich immer: „Ich bin bald wieder mit Omi unterwegs.“ Und dann kommt zurück: „Dann grüss sie von uns!“ Frau Schenk ist wie ein weiteres Familienmitglied. Ich schätze die Zeit mit ihr. Sie hilft mir, meinen vollgepackten Alltag zu entschleunigen. Die wahrscheinlich grösste Hürde, die wir beide (Frau Schenk natürlich mehr als ich) nehmen mussten, war der Umzug ins Altersheim. Die Umstellung war nicht einfach, aber wir führen unsere wöchentlichen Aktivitäten weiter, was ihr beim Eingewöhnen hilft.

Ich kann nur empfehlen sich als Freiwillige/r oder Hilfenehmende/r zu melden. Man kann nur gewinnen: eine/n Nachbar/in, eine/n Freund/in, einen Herzensmenschen, eine Erfahrung, Unterstützung, Dankbarkeit.

Ein grosser Dank an die Projektleiterin für das Engagement und die Unterstützung über die ganze Zeit.

Danke Rosa für die lustigen, spannenden, offenen, motivierenden Gespräche in den letzten 15 Monaten, deine Phuong.

Anm. d. Redaktion: Nach Fertigstellung des Artikels ist Frau Schenk leider überraschend gestorben. Dieser Beitrag ist damit der Abschluss dieses Tandems.

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